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- Wenn Paar Eltern werden wollen – Gesundheits- und Ernährungsberatung vor der Schwangerschaft


11. Juni 2012

Der beschwerliche Weg einer alleinstehenden Frau zum Wunschkind

Anna war fast dreißig, als sie sich 1987 für eine künstliche Befruchtung entschied. Vorher hatte sie schon einige Zeit mit ihrem Partner versucht, auf natürlichem Wege, ein Kind zu bekommen. Doch als die erwartete Schwangerschaft ausblieb und ihre Partnerschaft auseinander ging, holte sie sich Hilfe im europäischen Ausland. Ihr Wunsch nach einem Kind führte sie in eine Fertilitätsklinik. Bei den ersten Untersuchungen fand man dort heraus, dass ihre Gebärmutter aufgrund der Verhütung mit einer zu großen Spirale verletzt war und daher eine normale Insemination nicht möglich gewesen wäre. Es blieb nur die Möglichkeit der Befruchtung in einer Petrischale.

Gedanken über die möglichen Erfolgsaussichten einer solchen Prozedur hatte sich Anna vorher nie gemacht. Informationen bekam sie nur aus wenigen Büchern und hin und wieder aus den Medien, sodass sie die Situation sehr unbedarft anging. Sie wusste nur eins, sie will dieses eine Kind.

Anna unterzog sich zunächst einer intramuskulären Hormonstimulation, um die Eizellenproduktion anzuregen. Es folgten ca. acht  Versuche, durch In-Vitro Fertilisation (IVF), eine Schwangerschaft herbeizuführen. Da sie sich zum Anfang der Kinderwunschbehandlung noch im Studium befand, musste Sie für jeden dieser sehr teuren Versuche lange sparen. Später, als sie berufstätig und selbstständig war, konnte sie nur selten ihren Betrieb verlassen und ins Ausland reisen. Aus diesen Gründen zog sich ihre Kinderwunschbehandlung über den Zeitraum von fast acht Jahren hin. Während dieser Zeit weihte sie niemanden aus ihrem Verwandten- und Freundeskreis in ihr Vorhaben ein. Sie wollte Diskussionen vermeiden, die sich um alleinstehende Mütter oder ihr Gemütsbefinden während so einer Prozedur drehen. Sie stand diese Zeit alleine durch.

Das Schlimmste, wie sie sagte, sei die körperliche Belastung gewesen, die sie während der Versuche erfahren musste. Die Hormontherapien und die Fehlgeburten – gepaart mit den plötzlichen Reisen ins Ausland – gingen auch an einer sonst so starken Frau wie ihr nicht spurlos vorbei. Dennoch sagte sie sich nach jedem gescheiterten Versuch, dass es beim nächsten Mal klappen wird.

Als Anna endlich schwanger war, dauerte es lange bis sich die Freude einstellte, da die Angst immer im Hinterkopf war, dass doch noch etwas schiefgehen könnte. Die Schwangerschaft verlief bis zur 35. Schwangerschaftswoche unproblematisch. Dann kam es zu einer Frühgeburt. Diverse Komplikationen traten auf, ein Kaiserschnitt musste durchgeführt werden und Anna verlor sehr viel Blut. Da das Kind mit einem Herzfehler zur Welt kam, musste es in ein anderes Krankenhaus verlegt werden. Mutter und Kind konnten so die ersten 2 Wochen nicht zusammen sein. Nach diversen Behandlungen am Herzen war die schwere Zeit zunächst überstanden und sie konnte die Zeit mit ihrem nunmehr gesunden Kind genießen.

Anna entschied sich  danach noch ein zweites Mal für diesen Weg und unterzog sich weiteren Hormonbehandlungen und IVF-Versuchen. Doch irgendwann merkte sie, dass sie an ihre Grenzen stößt. Die Angst vor Nebenwirkungen, vor allem vor denen der Hormonbehandlungen,  war zu groß. Da ihr Traum von dem einen Kind schließlich erfüllt war, wollte sie nun nicht alles für das Zweite riskieren. Sie stellte die Versuche ein.

Auch wenn die Samenspende anonym vorgenommen wurde und der Spender nicht bekannt ist, spricht Anna bis heute ehrlich und offen mit ihrem Kind über dessen Zeugung. Auch ihr nahes Umfeld weiß mittlerweile über die Zeit der Kinderwunschbehandlung Bescheid.

Wenn Anna heute ihren 18jährigen Sohn anschaut, ist sie sich sicher, dass sie alles richtig gemacht hat und es wieder tun würde.

Dass sie das psychisch alles so unbeschadet überstanden hat, liegt nach ihrer Aussage wohl daran, dass sie sehr rational diese Behandlungen angegangen ist.  Außerdem hat sie zu Beginn der Behandlung ein schönes und erfülltes Leben gehabt und war mit sich und ihrem Beruf sehr zufrieden. Sie versuchte, den Kinderwunsch nicht zum Mittelpunkt ihres Lebens werden zu lassen. Heute ist sie sich sicher, dass diese lockere Haltung ihr geholfen hat, schwanger zu werden und die Geschehnisse rund um die Geburt zu verarbeiten.

Anna rät allen alleinstehenden Frauen und Paaren, die einen großen Kinderwunsch verspüren, sich Hilfe und Unterstützung zu holen, wenn sie den Weg der künstlichen Befruchtung gehen möchten. Denn es ist sehr wichtig, dass man neben dem Ziel des Kinderwunsches nicht auf der Strecke bleibt und lernt, mit sich selbst zufrieden zu sein. Der Kinderwunsch darf nach Annas Meinung nicht zur Belastung werden und zur Voraussetzung für das persönliche Glück mutieren. Man soll die kleinen glücklichen Momente im Leben genießen und sich hin und wieder etwas gönnen, um Kraft und Motivation für den Weg zum Wunschkind zu tanken.

Haben auch Sie etwas Besonderes zum Thema Kinderwunsch erlebt? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie uns Ihre Geschichte erzählen.

Schreiben Sie uns per E-Mail:           team@planbaby.de

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13316 Berlin

19. September 2011

Künstliche Befruchtung als Kassenleistung?

Ein unerfüllter Kinderwunsch liegt bei etwa 20-25% aller Paare vor. Jedes 6. bis 7. Paar bleibt ungewollt kinderlos. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht jedoch erst dann von Unfruchtbarkeit oder Sterilität, wenn bei einem Paar nach zwei Jahren regelmäßigen Geschlechtsverkehrs (mind. 2x pro Woche) keine Schwangerschaft eintritt. Wenn die Befruchtung auf natürlichem Wege fehlschlägt, hilft die hochspezialisierte Medizin mit der künstlichen Befruchtung.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen im Normalfall die Kosten für eine reproduktionsmedizinische Behandlung zu 50 Prozent. Das gilt sowohl für die Kosten der ärztlichen Leistung als auch für die erforderlichen Medikamente. Die Rechtsgrundlage stellt § 27a Sozialgesetzbuch V (SGB V) dar.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
+ Alternative Maßnahmen haben keine hinreichende Aussicht auf Erfolg, sind nicht durchführbar oder nicht zumutbar.
+ Das Kinderwunschpaar muss verheiratet sein und sie dürfen nur Ei- bzw. Samenzellen des Ehepartners verwendet werden.
+ Bei der Frau muss ein ausreichender Schutz gegen eine Rötelninfektion bestehen. Keiner der Ehepartner darf sexuell übertragbare Krankheiten wie Hepatitis B oder C im ansteckenden Stadium haben. Beide müssen HIV-negativ sein.
+ Bei keinem Partner darf eine gewollte Sterilisation vorliegen.
+ Vor Behandlungsbeginn muss der Krankenkasse ein Behandlungsplan zur Genehmigung vorgelegt werden.
+ Es muss der Nachweis einer Beratung über die medizinischen, psychischen und sozialen Aspekte der IVF durch einen Arzt vorliegen, der die Behandlung nicht selbst durchführen wird (in der Regel der überweisende Gynäkologe).
+ Die Ehefrau muss zwischen 25 und 40, der Ehemann darf nicht über 50 Jahre alt sein

Werden die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, bezahlen die Krankenkassen die Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung zu 50 von Hundert:
+ bei der Insemination ohne Hormonstimulation bis zu achtmal
+ bei der Insemination nach hormoneller Stimulation bis zu dreimal
+ bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) bis zu dreimal
+ bei der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) bis zu dreimal.

Wenn Sie und Ihr Ehepartner unterschiedlich versichert sind, sollten Sie im Vorfeld mit den Krankenkassen klären, wie diese die Kostenübernahme für eine Therapie regeln wollen.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt bzw. einem Kinderwunschzentrum beraten!

10. Juli 2011

Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland in engen Grenzen zugelassen

Nun fiel im Bundestag die Entscheidung. Das Hamburger Abendblatt (08.07.2011) berichtet:
Die PID ist künftig in Deutschland in engen Grenzen erlaubt. Bei der Präimplantationsdiagnostik werden im Reagenzglas gezeugte Embryonen auf Gendefekte getestet. Liegt dann ein Erbgutdefekt vor, welches etwa eine schwerwiegende Behinderung zur Folge haben würde, werden sie verworfen und sterben ab. Nur die gesunden Embryonen werden der Mutter eingesetzt.

Im Ausland und/oder in europäischen Nachbarländern (Norwegen, Schweden, Dänemark, Niederlande, Tschechien, Belgien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Großbritannien, Island) war die PID bereits erlaubt.

Für Deutschland wird die PID aber nur in engen Grenzen praktiziert und dauerhaft und eng kontrolliert und überprüft.

31. März 2011

Das Gesetz für die künstliche Befruchtung – Embryonenschutzgesetz

Für den in der Kinderwunschbehandlung tätigen Arzt gibt es ein wesentliches Gesetz, das Embryonenschutzgesetz. Dieses wurde 1990 neu aufgelegt, da insbesondere die ICSI-Methode einen neuen rechtlichen Rahmen erforderlich machte.

Als eines der strengsten Gesetze Europas wurde hier vieles verboten, was in anderen europäischen Ländern erlaubt ist. Beispielsweise die Präimplantationsdiagnostik (=genetische Untersuchung der Embryonen vor der Rückgabe), die Rückgabe von mehr als drei Embryonen, Einfrieren oder Weiterkultivieren von bereits geteilten Embryonen (=Zweizellern) sind bei uns verboten.

Nicht Bestandteil dieses Gesetzes ist der Faktor, dass ein Paar verheiratet sein muss. Dieses sehen aber die Richtlinien der Bundesärztekammer für eine Behandlung mit Reagenzglasbefruchtung vor.

Noch mehr zum Thema Gesetze und Richtlinien einer Kinderwunsch-Behandlung finden Sie auch im planBaby-Handbuch.