19. September 2011
Ein unerfüllter Kinderwunsch liegt bei etwa 20-25% aller Paare vor. Jedes 6. bis 7. Paar bleibt ungewollt kinderlos. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht jedoch erst dann von Unfruchtbarkeit oder Sterilität, wenn bei einem Paar nach zwei Jahren regelmäßigen Geschlechtsverkehrs (mind. 2x pro Woche) keine Schwangerschaft eintritt. Wenn die Befruchtung auf natürlichem Wege fehlschlägt, hilft die hochspezialisierte Medizin mit der künstlichen Befruchtung.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen im Normalfall die Kosten für eine reproduktionsmedizinische Behandlung zu 50 Prozent. Das gilt sowohl für die Kosten der ärztlichen Leistung als auch für die erforderlichen Medikamente. Die Rechtsgrundlage stellt § 27a Sozialgesetzbuch V (SGB V) dar.
Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
+ Alternative Maßnahmen haben keine hinreichende Aussicht auf Erfolg, sind nicht durchführbar oder nicht zumutbar.
+ Das Kinderwunschpaar muss verheiratet sein und sie dürfen nur Ei- bzw. Samenzellen des Ehepartners verwendet werden.
+ Bei der Frau muss ein ausreichender Schutz gegen eine Rötelninfektion bestehen. Keiner der Ehepartner darf sexuell übertragbare Krankheiten wie Hepatitis B oder C im ansteckenden Stadium haben. Beide müssen HIV-negativ sein.
+ Bei keinem Partner darf eine gewollte Sterilisation vorliegen.
+ Vor Behandlungsbeginn muss der Krankenkasse ein Behandlungsplan zur Genehmigung vorgelegt werden.
+ Es muss der Nachweis einer Beratung über die medizinischen, psychischen und sozialen Aspekte der IVF durch einen Arzt vorliegen, der die Behandlung nicht selbst durchführen wird (in der Regel der überweisende Gynäkologe).
+ Die Ehefrau muss zwischen 25 und 40, der Ehemann darf nicht über 50 Jahre alt sein
Werden die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, bezahlen die Krankenkassen die Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung zu 50 von Hundert:
+ bei der Insemination ohne Hormonstimulation bis zu achtmal
+ bei der Insemination nach hormoneller Stimulation bis zu dreimal
+ bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) bis zu dreimal
+ bei der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) bis zu dreimal.
Wenn Sie und Ihr Ehepartner unterschiedlich versichert sind, sollten Sie im Vorfeld mit den Krankenkassen klären, wie diese die Kostenübernahme für eine Therapie regeln wollen.
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt bzw. einem Kinderwunschzentrum beraten!
8. September 2011
Gleiche oder ähnliche körperliche Merkmale (z.B. das Aussehen, die Haar- und Augenfarbe, aber auch Krankheiten) können an die Kinder vererbt werden. Alle Paare, die sich ein Kind wünschen, sollten sich mit der Frage beschäftigen, ob in ihren Familien bestimmte Erkrankungen vorkommen oder sich häufen. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von genetisch bedingten Erkrankungen, im Volksmund nennt man sie Erbkrankheiten.
Weltweit arbeiten viele Wissenschaftler daran, die möglichen genetischen Ursachen verschiedener Erkrankungen zu erforschen. Heutzutage kann man bereits etwa 500 genetische bedingte Erkrankungen mittels eines Gentests aufspüren.
Einige Paare sind verunsichert und befürchten, dass ihr ungeborenes Kind auch von einer dieser Krankheiten betroffen sein könnte. Bei Verdacht auf eine Erbkrankheit kann eine humangenetische Untersuchung Klarheit verschaffen, wobei Chromosomen auf zahlenmäßige und strukturelle Veränderungen überprüft werden. Die Untersuchung ist in den meisten Fällen bei der Risikoabschätzung in Bezug auf eine mögliche Vererbung der Krankheit sehr hilfreich. Bisher gibt es allerdings keine Suchtests, die alle bekannten Erbkrankheiten abdecken und mit denen die breite Bevölkerung sicher untersucht werden könnte.
Kindliche Fehlbildungen weisen eine Häufigkeit von 3 Prozent auf, wobei das Risiko steigt, wenn bereits früher Fehlbildungen in Familien auftraten. Sollten Sie zu einer Risikogruppe mit gehäuftem familiären Auftreten von Fehlbildungen gehören, sind vorbeugende Maßnahmen besonders wichtig, wie zum Beispiel die Einnahme von Folsäure vor der Schwangerschaft, denn im Normalfall kann so das Erkrankungsrisiko ihres Kindes auf unter 1 Prozent verringert werden.
Nicht nur seltene und lebensbedrohliche Krankheiten können von den Eltern auf das Kind vererbt werden, sondern auch weit verbreitete Krankheiten, wie zum Beispiel zu hoher Bluthochdruck. Bei vielen dieser Krankheiten liegen allerdings keine Erbkrankheiten im engeren Sinne vor, vielmehr erhöht sich lediglich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung, wenn diese Krankheit in der Familie bereits häufiger aufgetreten ist.
Mehr Informationen hierzu finden Sie in unserem planBaby Ratgeber:
• PlanBaby Programm
29. Juli 2011
In fast allen Ländern der Erde sind Menschen heutzutage einer Vielzahl chemischer Verbindungen, wie zum Beispiel bei der Arbeit oder im Haushalt ausgesetzt. Einige Berufsgruppen müssen täglich mit ihnen arbeiten und ihre Dämpfe einatmen, aber auch wer in seiner Freizeit beispielsweise die Wohnung putzt, kommt mit Chemikalien in Berührung. Ob eine chemische Substanz einen Menschen, ein ungeborenes Kind oder menschliches Erbgut schädigt, ist von der Art der Stoffes, der Dauer der Belastung und Einwirkung sowie der jeweiligen Dosis abhängig.
Über die Gefahren für die Fertitlität durch Chemikalien gibt es keine wissenschaftlich gesicherte Aussage, da es schwierig ist, dies nachzuweisen. Den Nachweis von schädigenden Effekten von Chemikalien auf die Fruchtbarkeit ist schwer zu führen, da selbstverständlich keine experimentellen Studien an Menschen durchgeführt werden. Für das ungeborene Kind gilt, dass die schädlichen Wirkungen der Chemikalien nicht in allen Phasen einer Schwangerschaft gleich stark sind. Eine entscheidene Rolle spielt dabei, ob oder wie lange die Stoffe im Körper bleiben und ob sie von ihm gespeichert werden. Damit eine Gefährdung des Kindes durch Chemikalien ausgeschlossen wird, empfehlen wir Ihnen, dass Sie bei akutem Kinderwunsch besser den regelmäßigen Umgang mit Chemikalien meiden.
Lesen Sie mehr zum Thema:
• Welche Umweltgifte soll ich vermeiden?
20. Juli 2011
Wenn Paare Eltern werden wollen und gleichzeitig chronische Krankheiten vorliegen, bei denen regelmäßig eine Medikamenteneinnahme erforderlich ist, muss einiges beachtet werden.
Manche Medikamente haben einen negativen Einfluss auf die Libido, die Erektions- und Ejakulationsfähigkeit, was bedeutet, dass der betroffene Partner möglicherweise wenig Lust auf Sex hat. Dies trifft auf einige Präparate gegen Bluthochdruck sowie einige Krebsmittel zu.
Bestimmte Medikamente, z.B. einige Antibiotika, Opiate und einige Mittel gegen Epilepsie können die Qualität der Spermien beeinträchtigen.
Besonders wichtig ist, dass Frauen mit regelmäßiger Medikamenteneinnahme mit ihrem betreuenden Arzt klären, ob sie schwanger werden dürfen. Denn nicht wenige Medikamente haben eine schädigende Wirkung auf den Embryo. Das gegen rheumatische Erkrankungen eingesetzte Mittel Methotrexat (MTX) darf weder von der Frau noch vom Mann verwendet werden, wenn Kinderwunsch besteht. Die Karenzzeit beträgt drei Monate nach der letzten Verwendung.
Das planBaby-Handbuch enthält Listen, bei welchen Medikamenten bzw. Präparategruppen Probleme mit dem „Schwanger werden” auftreten können.
Weiterführende Links:
• PlanBaby Programm
27. Juni 2011
Bewegung und sportliche Aktivitäten wirken sich positiv auf den Gesundheitszustand und das allgemeine Wohlbefinden aus. Menschen, die regelmäßig Sport treiben, schätzen ihren Gesundheitszustand und ihre Lebenszufriedenheit deutlich besser ein als Sportmuffel. Besonders aufgeholt haben die Frauen, bei denen der Anteil der wöchentlich Sport treibenden von 23 Prozent auf 30 Prozent zugenommen hat. Nach wie vor gibt es aber viele, die keinen Sport treiben.
Vor dem Eintritt einer Schwangerschaft gibt es beim Sport keinerlei Einschränkungen, wobei natürlich jede Sportart immer im Rahmen Ihrer persönlichen Fitness und Leistungsfähigkeit ausgeübt werden sollte. Wenn Sie bisher keinerlei Sport betrieben haben und damit anfangen wollten, sollten Sie sich ärztlich beraten lassen.
Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und Fruchtbarkeit ist immer noch unbeantwortet, die wissenschaftliche Datenlage ist recht unklar und bedarf weiterer Überprüfungen. Sicher ist aber, dass Ausdauer- und Hochleistungssport bei Männern und Frauen die Fertilität und die Spermienqualität mindert.
Sport wirkt auf nahezu alle Krankheiten risikosenkend. Durch regelmäßigen Sport können Stressfolgen abgebaut werden, die Lebensfreude und die Lebensqualität werden erhöht. Die allgemeine Befindlichkeit verbessert sich. Das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein steigen. Die vielen positiven Wirkungen wiegen die gesundheitlichen Risiken durch Sportverletzungen zweifellos auf.
Frauen und Männer, die sportlich sehr aktiv sind, sollten auch weiterhin Sport treiben, dabei aber ggf. die Intensität verringern. Frauen und Männer, die bisher keinen Sport getrieben haben, kann auf einer wissenschaftlich gesicherten Grundlage keine Empfehlung zu mehr Sport im Hinblick auf eine Erhöhung der Fruchtbarkeit gegeben werden. Aufgrund der gesundheitsfördernden Effekte von Sport, sollten Sie dennoch ein kleines Sportprogramm beginnen.
Weiterführende Links:
• PlanBaby Programm
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