28. Juli 2010
Veränderungen im Erbgut (DNA) sind die Ursache für Erbkrankheiten, die von den Eltern auf die Kinder vererbt werden können. Bei Neugeborenen sind diese jedoch nicht so häufig. Ca. 4% aller Kinder sind bereits bei der Geburt von einer Erbkrankheit betroffen. Ein Großteil der Erbkrankheiten tritt erst später, also bei älteren Kindern oder bei Erwachsenen zu Tage.
Die häufigsten erblich bedingten Krankheiten sind unter anderem: Fehlbildungen (Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten, Herzfehler), Trisomie 21/18/13, Mukoviszidose, Bluterkrankheit, Eisenspeicherkrankheit, Faktor V Leiden.
Aber: Auch wenn bestimmte äußere Faktoren in einer frühen Phase der Schwangerschaft, vor allem kurz nach der Befruchtung, auf den Embryo einwirken, können genetische Veränderungen beim Kind entstehen. Solche Faktoren sind vor allem Röntgenstrahlung sowie verschiedenen Wirkstoffe (z.B. manche Krebsmedikamente). Kommt es durch solche Einflüsse zu einer Veränderung im Erbmaterial des Kindes, kann diese später an dessen Nachkommen weitergegeben und dadurch zu einer Erbkrankheit werden.
Unter Umständen trägt jeder auch eine genetische Veranlagung für eine bestimmte Erkrankung in sich. Ob diese dann tatsächlich ausbricht, hängt auch von Umwelteinflüssen ab, wenn man diesen z.B. über eine längere Zeit ausgesetzt ist (Chemikalien, UV-Strahlung, Röntgenstrahlung). Aber auch der persönliche Lebensstil (ungesunde Ernährung - z.B. zu viel Zucker, zu viel tierische Fette und Rauchen/Passivrauchen) spielt eine Rolle.
Treten in Ihrer Familie bestimmte Erbkrankheiten auf, sollten Sie vor der Schwangerschaft mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin darüber sprechen und ggf. eine humangenetische Beratungsstelle aufsuchen.
22. Juli 2010
Ein unerfüllter Kinderwunsch ist zweifelsohne eine schwere Belastung für die betroffenen Paare. Dieses kann für Frauen aber auch für Männer eine starke Belastung sein. Unfruchtbarkeit kann sich stark auf die seelische Gesundheit der Betroffenen auswirken und unter anderem zu Depressionen, Verhaltensstörungen, Angst und Zwangssymptomen führen.
Nehmen Sie die psychische Belastung ernst. Ergänzende psychosomatische bzw. psychotherapeutische Behandlungen sind nicht nur sinnvoll, sondern in vielen Fällen auch dringend angeraten. Zu Beginn der Unfruchtbarkeit geht es um emotionale Entlastung in einem einfühlsamen Gespräch. Das Auf und Ab von Hoffnung und Enttäuschung sollte aufgefangen und durch regelmäßige Gespräche abgemildert werden. Hier sind wiederum Entspannungstechniken sehr hilfreich.
Aber! Es gibt immer wieder Berichte, wonach Frauen genau dann schwanger wurden, als sie beschlossen hatten, mit sämtlichen Behandlungsversuchen aufzuhören oder sich für eine Adoption entschieden hatten. Anscheinend braucht es eine gewisse Lockerheit im Umgang mit dem Kinderwunsch, damit sich dieser erfüllt! Denn auch die Seele kann den Kinderwunsch beflügeln oder aber blockieren.
15. Juli 2010
Das haben Sie sicherlich schon oft gehört – nach der Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln ist es nach dem Absetzen erst nach längerer Zeit wieder möglich schwanger zu werden, denn hormonelle Verhütungsmittel greifen zu sehr in den Hormonhaushalt des Körpers ein.
Aber das stimmt nicht, das konnte jetzt in einer prospektiven Studie für eine moderne Mikropille nachgewiesen werden. Die Verhütung mit der Pille schränkt die Fertilität nicht ein. Nach dem Absetzen werden die meisten Frauen mit Kinderwunsch innerhalb eines Jahres schwanger. Man fand aber auch heraus, dass eine sehr lange Pillen-Einnahme den durchschnittlichen Zeitpunkt einer Empfängnis nach hinten verschiebt. Aber selbst dann gleicht sich nach 8 Zyklen die Fruchtbarkeitsrate dem Durchschnittswert an und die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden ist wieder auf dem Normalwert. So schwanken die Zeiträume nach dem Absetzen der Verhütung bis zum Eintritt einer Schwangerschaft bei der Pille zwischen 2 Jahren und wenigen Monaten.
Sogar jede zweite Frau mit Kinderwunsch war schon nach drei Zyklen Pause von der Mikro-Pille schwanger. Auch bei Implantaten und Hormonspiralen gab es hohe Fertilitätsraten nach dem Absetzen.
8. Juli 2010
Der Umstand, dass die Körpertemperatur etwa zwei Tage nach dem Eisprung messbar ansteigt und bis zum Beginn der Regelblutung erhöht bleibt, ist Grundlage der Messung der Basaltemperatur. Aufgrund des Hormons Progesteron, welches auf das Regelungszentrum für die Körpertemperatur im Hypothalamus einwirkt, kann mit der Temperaturmethode im Nachhinein festgestellt werden, ob ein Eisprung erfolgt ist.
Zur Messung ist ein Thermometer erforderlich, das mindestens zwei Nachkommastellen aufweist, da die Temperaturerhöhung sich lediglich im Bereich einiger Zehntel (0,3-0,5) Grad bewegt. Messen können Sie im Mund (oral) unter der Zunge, in der Scheide (vaginal) oder im Enddarm (rektal), jedoch immer an derselben Stelle. Weiterhin benötigen Sie einen Zykluskalender, in den die täglich gemessenen Werte eingetragen werden und so der Temperaturverlauf kontrolliert werden kann. Bitte achten Sie darauf, dass stets zur selben Uhrzeit gemessen wird und zwar kurz nach dem Aufwachen, aber vor dem Verlassen des Bettes. Hinweis: Die Körpertemperatur kann durch Alkoholgenuss am Vorabend, durch Medikamenteneinnahme oder durch Erkältungskrankheiten beeinflusst werden.
Wenn drei aufeinander folgende Messwerte um mindestens 0,2 Grad Celsius höher liegen als der höchste Wert der vorangegangen sechs Tage, dann ist ein Temperaturanstieg erfolgt. Liegt bei der Messung einer der drei Werte tiefer, muss der vierte Wert abgewartet werden. Ab dem dritten Tag nach diesem Temperaturanstieg ist die Frau nicht mehr fruchtbar. Bei einem langsameren oder treppenförmigen Anstieg beginnt die unfruchtbare Zeit erst ab dem 5. Tag.
Die Temperaturmethode ist eine Methode der natürlichen Empfängnisverhütung, bei der anhand der Körpertemperatur die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage innerhalb eines Menstruationszyklus bestimmt werden. Planen Sie eine Schwangerschaft, so sollten Sie zur Zeit Ihres Eisprungs, also mit Anstieg der Körpertemperatur (ca. Mitte des Zyklus) vaginalen, ungeschützten Geschlechtsverkehr haben.
30. Juni 2010
Die Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist eine hoch ansteckende meldepflichtige Viruserkrankung, die aus dem Rachensekret oder dem Stuhl von infizierten Menschen übertragen wird. Die Übertragung kann einerseits durch Tröpfchen-Infektion erfolgen (Sprechen, Niesen, Husten), andererseits auch durch Kontakt mit infizierten Gegenständen wie etwa Windeln (Schmierinfektion).
In mehr als 95 Prozent aller Fälle sind die Symptome so gering, dass die Infektion unbemerkt bleibt. In den restlichen Fällen kann die Kinderlähmung einen unterschiedlich schweren Verlauf nehmen. Im Allgemeinen befallen die Viren die muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks, so dass Betroffene unter Lähmungserscheinungen vor allem im Bereich der Schultern und in den Beinen leiden und sogar daran sterben können.
Nachgewiesen werden die Poliomyelititis am besten über Stuhlproben.
Risiken für das Schwangere und das Neugeborene können die erhöhte Früh-, Fehl- und Totgeburt sein.
Nach der Grundimmunisierung im Säuglingsalter erfolgt eine Auffrischung zwischen dem 11. und 18. Lebensjahr. Danach nur noch bei Reisen in Endemiegebiete.
Aufgrund flächendeckender Impfungen gilt Deutschland als Poliomyelititis frei.
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